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Christian Kohlund wird 60

Christian Kohlund wird 60

Christian Kohlund wird am 17. August 2010 60 Jahre alt. In einem Interview verrät er etwas über das Reisen.

Herr Kohlund, haben Sie Heimweh?
Ich habe gerade vier Wochen lang auf den Malediven gedreht und dann ging es ohne größere Pause weiter nach Tobago. Acht Wochen leben im Hotel, umgeben mit netten, aber im Grunde fremden Menschen, da sehne ich mich nach der Vertrautheit zu Hause, nach meiner Familie, nach München, aber auch nach meinen Dingen: Nach meinem Morgenmantel, nach meiner Lieblings-Kaffeetasse, nach meinem Sessel in dem ich lese. Kurz gesagt: nach dieser kleinen Welt, die ich mir gebastelt habe.


Hat das was mit dem Alter zu tun? Sie feiern am 17. August ihren 60.
Das Reisen hat seinen Stellenwert verändert. Es ist wie mit Kaviar und Austern – wenn es davon übertrieben viel gibt, dann sehnt man sich irgendwann nach Würstchen mit Kartoffelsalat. Wenn ich heute reise, dann fehlt mir ein bisschen das Herzklopfen, in meiner Kindheit war das anders.


Verraten Sie uns eine Erinnerung?
Meine erste große Reise war als kleiner Junge mit meinen Eltern nach Südfrankreich, mit unserem Opel Ascona in weiß-grau. Auf den Dachgepäckträger schnallte mein Vater unsere Koffer und das Zelt fest, meine Mutter schmierte Stullen und dann ging es durchs Rhônetal immer weiter gen Süden, bis nach Séte. Da habe ich das erste Mal das Meer gesehen, ein Abenteuer, das ich nie vergessen werde. So aufregend kann reisen heute nie mehr werden, egal wie weit ich fahre.


Wenn Sie privat verreisen, was sind Ihre Lieblingsziele?
Privat meiden wir das Flugzeug, und wenn wir doch fliegen, dann nicht länger als eineinhalb Stunden. Da geht der Erholungswert nicht verloren. Ich liebe Italien! Sardinien ist toll oder Siena. Dort mit einem guten Espresso auf der Piazza sitzen und den Menschen zuschauen, das ist wundervoll. Und Venedig erst, da war ich wohl schon 20 mal.


Strand oder Berge? Was reizt Sie mehr?
Da kann ich mich nicht festlegen. Die Welt ist so wunderbar!


Würden Sie in einem „Traumhotel“ privat Urlaub machen?
Wahrscheinlich nicht in jedem. Ich habe manchmal ein Problem, wenn ich weiß, dass die Zuschauer alles für bare Münze nehmen. Da bekomme ich ein schlechtes Gewissen. Für das Fernsehen erzeugen wir oft eine Welt, die es in der Realität nicht gibt. Da wird getrickst, was das Zeug hält, die Bilder werden mit viel Zeit und Geld schön gemacht. Wir suchen uns nur die nettesten Orte in einem Hotel aus, tauchen jede Szene in wunderschönes Licht. Wenn wir die Episode am Strand zeigen wollen, der aber 500 Kilometer vom eigentlichen Hotel entfernt liegt, dann ist das im Film kein Problem.


Das „Traumhotel“ Chiang Mai wurde aus den thailändischen Bergen kurzerhand ans Meer versetzt…?
…ja. Da gab es erboste Zuschauerpost. Wenn eine neue „Traumhotel“-Episode ausgestrahlt wird, gehen an dem jeweiligen Urlaubsort die Buchungen deutlich nach oben. In Malaysia haben wir aus sechs unterschiedlichen Hotels ein neues „Traumhotel“ zusammen gestückelt. Da war der Realitätsschock für einige Reisende, die sich auf unsere Spur gemacht haben, doch groß! Viele unterscheiden einfach nicht zwischen Fiktion und Realität – dabei heißt es doch Traum-Hotel.


(Quelle: Lisa Film und Interviewauszüge aus „Neue Westfälische“ 16.08.2010)
 
 
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